Agrarpolitik mit Colette Basler: "Es braucht mehr Biodiversität"

Die Zukunft der Agrarpolitik sieht Colette Basler in einer inklusiveren Debatte. "Wir müssen grösser denken. Und offen sein für Neues", findet die Bäuerin und Grossrätin aus Zeihen AG.

13. März 2021 | Staffel 2, Folge 2

Colette Basler geht gerne eigene Wege. Die Bäuerin und SP-Grossrätin aus Zeihen AG engagiert sich an vorderster Front gegen die Trinkwasser- und gegen die Pestizidverbots-Initiative. Innerhalb der SP ist sie damit relativ alleine. Ein Parteiwechsel kommt für sie aber trotzdem nicht in Frage. Eine etwas linkere Agrarpolitik würde der Schweiz nicht schaden, findet sie. Ein Gespräch über mehr Biodiversität auf allen Ebenen und den Wert der Zusammenarbeit.

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Am Dienstagmorgen erklärte Colette Basler im Bundesmedienzentrum, warum sie die Trinkwasser- und Pestizidverbotsinitiative ablehnt. Die SP-Grossrätin ist damit eine der wenigen Genossinnen, die sich offen gegen die beiden Anliegen ausspricht. Basler träumt zwar von einem "Bioland Schweiz", aber nicht schon in fünf oder zehn Jahren, sondern eher in zwanzig Jahren. "Wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, dann müssen wir handeln", sagt Basler. Trotzdem: sie stört sich daran, dass die Landwirtschaft als alleiniger Sündenbock an den Pranger gestellt werde. Die Initiativen würden das Bedürfnis nach einfachen Lösungen befriedigen. Mehr nicht.

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Die Zukunft der Agrarpolitik sieht sie in einer inklusiveren Debatte. "Wir müssen grösser denken. Und offen sein für Neues", findet Basler. Nach den Abstimmungen am 13. Juni weitermachen wie bisher, das liege nicht drin. Denn selbst wenn die Stimmbürger_innen die Initiativen ablehnen, bleibt die Welt nicht stehen. Basler plädiert für einen offenen Dialog und mehr Zusammenarbeit. "Wir müssen mehr miteinander reden", sagt Basler. Es brauche mehr verschiedene Parteien und mehr Frauen und Männer in der Debatte. "Die Strategie müssen wir gemeinsam festlegen. Wir sollten klären, wohin wir in welchem Zeitraum gehen wollen."


Agrarpolitik, der Podcast

Agrarpolitik wird von vielen Menschen gemacht: von Landwirten, von Verbandsvertreterinnen und -Vertretern, vom Bundesrat, von Parlamentarierinnen und Parlamentariern. Was politisch opportun ist, ist nicht immer richtig. Und was richtig ist, ist nicht immer politisch opportun. In diesem Podcast gehen wir mit Ihnen auf die Suche nach der besseren, schöneren, wirkungsvolleren und verständlicheren Agrarpolitik. Wir zeigen Entwicklungen, Lösungswege und Handlungsachsen.
Wir sind: Sie, unsere Gäste, Andreas Wyss (Gespräche) und Hansjürg Jäger (Produktion).

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