Christian Hofer: "Die Agrarpolitik 2022+ hat es verdient, debattiert zu werden."

Der BLW-Direktor verteidigt im Agrarpolitik-Podcast die Agrarpolitik 2022+. Die Erarbeitung war breit abgestützt, die Vorlage ist ausgewogen und nimmt von der Landwirtschaft geforderte Elemente auf.

12. Dezember 2020 | Staffel 1, Folge 02

Die Debatte zur Agrarpolitik 2022+ im Ständerat steht bevor. Die vorberatende Komission beantragt die Sistierung der Vorlage und will den Bundesrat beauftragen, in einem Postulat mehrere Fragen zur zukünftigen Ausrichtung der Agrarpolitik zu beantworten. Vor diesem Hintergrund und vor den Entscheiden haben wir Christian Hofer zum Gespräch eingeladen. Der Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft verteidigt die Reform. Denn die Erarbeitung der AP 22+ war breit abgestützt, die Vorlage ist ausgewogen und habe es deshalb verdient, debattiert zu werden. Hofer weist ausserdem darauf hin, dass die AP 22+ Elemente enthalte, die von den Landwirten gefordert wurden; unter anderem die Ernteversicherung, die soziale Absicherung der Bäuerinnen oder die Unterstützung von Kompetenz- und Innovationsnetzwerken bei der Pflanzen- und Tierzucht.

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Initiativen zeigen das grosse Interesse an der Landwirtschaft

Die WAK-S beantragt in einem Kommissionspostulat die Beantwortung verschiedener Fragen - unter anderem zur Versorgung, zur Ernährungspolitik. Bei der Erarbeitung des Postulats müsse das Ziel sein, Perspektiven für die Landwirtschaft zu schaffen, so Hofer weiter. Er versteht darunter unter anderem die Erarbeitung von politisch mehrheitsfähigen Empfehlungen, die in der Branche umgesetzt werden können.

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Die Agrar-Initiativen sieht Hofer vor allem als Zeichen dafür, dass sich die Menschen für die Tierhaltung, die Biodiversität und für Pestizide und ihre Wirkung interessieren. Die Initiativen seien auch Ausdruck dafür, dass Beschlüsse der Vergangenheit nun eventuell angepasst werden sollten. Das Positive an den Anliegen ist, dass sie die Möglichkeit schaffen, jetzt über die Weiterentwicklung der Landwirtschaft nachzudenken. Denn für Hofer ist klar, dass das Interesse an der Ernährung und an der Landwirtschaft weiterhin gross sein wird. Dieses Interesse, diese grundsätzliche Offenheit lasse sich nutzen, so Hofer.


Agrarpolitik, der Podcast

Agrarpolitik wird von vielen Menschen gemacht: von Landwirten, von Verbandsvertreterinnen und -Vertretern, vom Bundesrat, von Parlamentarierinnen und Parlamentariern. Was politisch opportun ist, ist nicht immer richtig. Und was richtig ist, ist nicht immer politisch opportun. In diesem Podcast gehen wir mit Ihnen auf die Suche nach der besseren, schöneren, wirkungsvolleren und verständlicheren Agrarpolitik. Wir zeigen Entwicklungen, Lösungswege und Handlungsachsen.
Wir sind: Sie, unsere Gäste, Andreas Wyss (Gespräche) und Hansjürg Jäger (Produktion).