Agrarpolitik mit Regina Fuhrer: "Stillstand ist keine Option!"

Regina Fuhrer fordert in der Landwirtschaft einen Systemwechsel und unterstützt mit der Kleinbauern-Vereinigung die Pestizidverbots-Initiative.

9. Januar 2021 | Staffel 1, Folge 04

Regina Fuhrer wollte immer so Landwirtschaft betreiben, wie es für sie stimmte. Ihren Hof bewirtschaftete sie gemeinsam mit ihrem Mann nach den Bio-Grundsätzen. Politisch wurde die Präsidentin der Kleinbauern-Vereinigung und Berner Grossrätin in den letzten Jahrzehnten zwar etwas radikaler, aber nicht weniger optimistisch. Im Podcast erklärt sie, warum die grosse Zahl an lnitiativen zur Landwirtschaft als Chance für einen Systemwechsel gesehen werden kann.

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Regina Fuhrer fordert in der Landwirtschaft einen Systemwechsel und unterstützt mit der Kleinbauern-Vereinigung die Pestizidverbots-Initiative. Die Initiative sei gesamtheitlich, berücksichtige die Privaten genauso, wie die öffentliche Hand und schafft mit der Berücksichtigung der Importe den Rahmen für eine verantwortungsvolle Landwirtschaft. Die Initiative ist laut Fuhrer klar, einfach und dank der Übergangsfrist von 10 Jahren auch umsetzbar.

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"Es ist die bessere Strategie, Themen anzusprechen"

Von der Sistierung der Agrarpolitik 2022+ ist Fuhrer alles andere als begeistert. Besonders schmerzt Fuhrer "als alte Bäuerin", dass die soziale Absicherung der Frauen wieder auf die lange Bank geschoben werde. Die Kleinbauern-Vereinigung forderte zwar eine Deckelung der Direktzahlungen und ambitioniertere Klimaschutzmassnahmen, deswegen aber noch lange keine Sistierung der Reform.

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Fuhrer hat zudem wenig Hoffnung, dass das Postulat 20.3931 - Zukünftige Ausrichtung der Agrarpolitik neue Erkenntnisse zutage fördern wird. "Die Herausforderungen, wo die Landwirtschaft steht, sind klar. Das müsste man jetzt diskutieren." Trotzdem: die Entwicklung einer Ernährungspolitik, wie sie auch im Postulat 20.3931 angedeutet wird, wertet Fuhrer als wichtigen nächsten Schritt für die Weiterentwicklung der (agrar-)politischen Rahmenbedingungen.

"Man darf den schwarzen Peter nicht den Bäuerinnen und Bauern zuschieben"

Die Grundlage bilden dabei in jedem Fall gesunde Böden: "Das ist die viel nachhaltigere Sicherung der Selbstversorgung, wenn unsere Umwelt, unser Ökosystem und unsere Böden gesund und fruchtbar bleiben", sagt Regina Fuhrer.

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Zu den verschiedenen die Landwirtschaft betreffenden Initiativen sagt sie: "Wir leben in einer Zeit und in einer Gesellschaft, in der sich auch die Menschen in der Stadt für Lebensmittel, Landwirtschaft und Natur interessieren." Es sei dabei nicht hilfreich, den Bauern den schwarzen Peter zuzuschieben. Stattdessen könne dieses Interesse genutzt werden, um dem Wettbewerbsdruck zu entkommen.


Agrarpolitik, der Podcast

Agrarpolitik wird von vielen Menschen gemacht: von Landwirten, von Verbandsvertreterinnen und -Vertretern, vom Bundesrat, von Parlamentarierinnen und Parlamentariern. Was politisch opportun ist, ist nicht immer richtig. Und was richtig ist, ist nicht immer politisch opportun. In diesem Podcast gehen wir mit Ihnen auf die Suche nach der besseren, schöneren, wirkungsvolleren und verständlicheren Agrarpolitik. Wir zeigen Entwicklungen, Lösungswege und Handlungsachsen.
Wir sind: Sie, unsere Gäste, Andreas Wyss (Gespräche) und Hansjürg Jäger (Produktion).