Agrarpolitik mit Stefan Müller-Altermatt: «Boden ist in der Politik noch viel zu wenig ein Thema»
Die Bodenqualität sollten in Raumplanung und Landwirtschaft ein Thema werden. Die schweizweite Bodenkartierung ist noch nicht auf Kurs und die Umsetzung der Raumplanungs-Revisionen ist Knochenarbeit.
6. Juni 2026 | Staffel 19, Folge 4
👋 Guten Morgen und herzlich willkommen zur nächsten Folge Agrarpolitik – der Podcast. 💫
In der 19. Staffel widmen wir uns dem Boden und dem Bodenschutz. Wir gehen der Frage nach, wie der Bodenschutz in Zukunft ausgestaltet werden sollte, um den verschiedenen Ansprüchen gerecht zu werden. Die 19. Staffel entsteht im Auftrag der Oekonomisch Gemeinnützungen Gesellschaft Bern und mit Verbindung zum Soil Evolution Festival. Das Festival ist die Fachveranstaltung für Bodenfruchtbarkeit und Bodenaufbau im deutschsprachigen Raum und fand heuer vom 2. bis 5. Juni auf dem Berner Hausberg Gurten statt (hier gibt’s mehr dazu).
Unser heutiger Gast: Stefan Müller-Altermatt, Biologe, seit 2011 Mitte-Nationalrat, seit 2013 Präsident Netzwerk Schweizer Pärke und 2009-2025 Gemeindepräsident von Herbetswil SO
Im Gespräch beleuchtet Stefan Müller-Altermatt
weshalb Nutzungskonflikte nicht vom Boden aus beurteilt werden;
weshalb die schweizweite Bodenkartierung noch nicht auf Kurs ist;
was Bodeninformationen nützen;
dass die gesetzlichen Vorgaben einen tauglichen Rahmen bilden;
dass es mehr Sensibilisierung und unbequeme Diskussionen braucht;
weshalb der Waldschutz nicht angetastet werden sollte.
Schön sind Sie da – wir wünschen viel Spass mit dieser Folge🤩
«Beim Wort ‘Boden’ sehe ich mich in meinem grossen Garten», sagt Biologe und Mitte-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt. Auch denke er daran, dass die Nahrungsmittel vom Boden kämen.
«Boden ist in der Politik viel zu wenig ein Thema», findet er. Er fliesse zwar in verschiedene Themen wie Raumplanung und Landwirtschaft ein, gehe jedoch selber oft vergessen. Bei Nutzungskonflikten liege der Fokus auf Lebensmittelproduktion und Standort für Wohnen. «Aspekte wie Erschliessung und Standortgunst stehen im Vordergrund, nicht die Bodenqualität», kritisiert der Biologe.
Schweizweite Bodenkartierung noch nicht auf Kurs
Er hat deshalb 2012 eine Motion eingereicht, damit ein Kompetenzzentrum gegründet wird, das die Bodeninformationen verwaltet und einheitliche Kriterien für die Datenerhebung festlegt. «Von einer schweizweiten Bodenkartierung sind wir noch meilenweit entfernt», stellt der Politiker 14 Jahre später fest. Die Personen im Kompetenzzentrum Boden würden gut arbeiten; die Umsetzung sei jedoch zu kompliziert organisiert. Deshalb überlege er sich, wie der den Bundesrat zum handeln bringen könne. Ein Gedanke sei, die Kantone zu involvieren, denn diese seien an mehr Bodeninformationen interessiert. …
Nach der Paywall erfahren Sie unter anderem, weshalb Bodeninformationen in die Raumplanung einfliessen sollen und welchen Rahmen das Raumplanungsrecht setzt.



